Programm
Wir sind eine selbstverwaltete Kulturstätte mit basisdemokratischen Strukturen. Obwohl wir unteranderem von der Stadt Marburg gefördert werden, sind wir keine städtische Bühne. Unser Programm ist unabhängig und wird von unseren ehrenamtlichen Mitgliedern sowohl kuratiert als auch bespielt. Zahlreiche Gruppen stellen Jahr für Jahr ein buntes Programm zusammen und sorgen dafür, dass sich der Laden stetig weiterentwickelt. Um die stattfindende Vielfalt zu ermöglichen, werden unsere Veranstaltungen von unserem hauptamtlichen Büroteam koordiniert und organisiert. Darüber hinaus ist dieses die Schnittstelle zwischen Haupt- und Ehrenamt und übernimmt unsere Darstellung nach außen.
Im Plenum schlägt das Herz unseres Ladens. Einmal in der Woche, donnerstags um 18:15 Uhr treffen wir uns, um uns über aktuelle Berichte aus den Gruppen, Fremdanfragen und Dinge, die uns bewegen auszutauschen und diese zu diskutieren. Hier werden außerdem Veranstaltungen angekündigt und Interna besprochen und basisdemokratisch zur Abstimmung gestellt. Oft führen uns diese Gespräche noch in die späteren Abendstunden hinein, wobei es aber selten langweilig wird. Das Plenum ist für uns auch stets ein Raum für Selbstreflexion und die offene Auseinandersetzung mit innerer und äußerer Kritik.
Auch wenn alle Mitarbeiter*innen im Trauma diverse politische Ansichten vertreten, können wir uns als Laden darauf einigen, dass wir uns politisch links verorten und uns gegen Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Ableismus, Homo-, Trans- und Queerfeindlichkeit und gegen alle anderen Formen diskriminierenden Verhaltens einsetzen. Unsere Haltung ist klar antifaschistisch und wir gestalten unsere Räume dementsprechend.
Der Anspruch, den wir an uns selbst stellen, ist es, in unserem Programm vor allem FLINTA / TINQA*- Personen einen Raum zu geben und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass unsere Räume für diese Menschen genauso wie für alle anderweitig von Diskriminierung betroffenen Menschen sicher sind. Zudem sollen unsere Räume für Menschen mit Behinderung möglichst genauso zugänglich sein, wie für alle anderen auch, weshalb wir uns um einen barrierearmen Zugang bemühen. Auch durch niedriggehaltene Eintrittspreise oder solche auf Soli-Basis verfolgen wir diese Idee. Wir versuchen, alle Mechanismen, mit denen uns Gesellschaft und Kapitalismus ausgrenzen, diskriminieren und am guten Leben hindern zu erkennen und zu bekämpfen. Das wird uns nicht immer einwandfrei gelingen - hier sind wir dankbar für jegliches Feedback, konstruktive Kritik und Änderungswünsche, gerade in Bezug auf das Awarenesskonzept einzelner Veranstaltungen!
Was ist uns wichtig?
Barrierearmut
Wir arbeiten mit besonderem Fokus daran, stetig barriereärmer zu werden. Sowohl, was die physischen Barrieren im Laden anbelangt, als auch die Barrieren in unseren Köpfen. Diese Arbeit verstehen wir als einen fortwährenden Prozess, dem wir nicht aus dem Weg gehen wollen.
Awareness
Auf unseren Veranstaltungen ist in der Regel immer ein Awareness-Team vor Ort. Diese Arbeit leisten unsere Ehrenamtlichen. Hierzu organisieren unsere Gruppen in unregelmäßigen Abständen Awareness-Workshops. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass unsere Awareness-Arbeit positiv angenommen wird und dazu beitragen kann, dass das Sicherheitsgefühl auf unseren Partys steigt. Wir arbeiten dabei stets betroffenenorientiert und halten einen Awarenessraum als Rückzugsort bereit.
Solipreise / Preispolitik
Bei den meisten Veranstaltungen geben wir eine Preisspanne beim Eintritt an. Was du tatsächlich bezahlst, bleibt dann im Rahmen dieser Spanne dir überlassen. Grundsätzlich basiert unser Eintritt auf dem sog. Solidaritätsprinzip. Das bedeutet, dass Menschen, die gerade finanziell gut versorgt sind, mehr geben, damit sich Menschen mit keinem oder kleinem Einkommen, den Eintritt trotzdem leisten können.
Das Kalkulieren von Veranstaltungen ist für uns stets ein Balanceakt, da wir einerseits versuchen, Eintrittspreise festzulegen, die sich möglichst alle leisten können, und andererseits Künstler*innen eine angemessene Gage auszahlen wollen. Daher versuchen wir, bei unseren Eintrittspreisen einen guten Kompromiss zu finden und planen so, dass sich unser Programm in Gänze selbst trägt. Wir haben nicht den Anspruch, dass die Veranstaltungen Gewinn abwerfen.